Zuchtviehmarkt

 

 

Junimarkt mit schwachem Auftrieb bei den Jungkühen

Der Junimarkt fand nach erfolgter Siloernte in einer, von den ferienbedingt anwesenden Schulkindern abgesehen, etwas dürftig gefüllten Weilheimer Hochlandhalle statt. Die Anzahl der aufgetriebenen Jungkühe war leider noch knapper wie bei den vergangenen Auktionen. Bis auf die Kategorie der Zuchtkälber konnte der Marktverlauf hinsichtlich Auftrieb bzw. Verkaufserlöse nicht überzeugen.

Bei den Fleckviehkuhkälbern waren insgesamt 27 Tiere im Angebot. 25 Kälber davon konnten zu einem Durchschnittspreis von 418.- € (240.-€ bis 555.-€) qualitätsbezogen mehr oder weniger flott abgesetzt werden. Zwei Kälber wurden zum gebotenen Preis nicht abgegeben. Die bezahlten Preise passten nach Meinung der Weilheimer Zuchtverbände zur Qualität und konnte in dieser Höhe zufriedenstellen. Die zwei mit 555.-€ teuersten Tiere waren wüchsige Kälber die väterlicherseits auf Hulkor bzw. auf Vollgas zurückgingen. Eines davon war wieder von dem Buchenberger Betrieb Hohl, Landkreis Oberallgäu gezüchtet. Dieser Züchter konnte in letzter Zeit bereits mehrfach als Verkäufer des teuersten Kalbes auf dem Weilheimer Zuchtviehmarkt glänzen. Diese beiden Kälber hat ein Oberallgäuer Fleckviehspitzenzuchtbetrieb mit Betriebssitz im Bereich der Gemeinde Dietmannsried, der auch sonst  häufig Kunde in Weilheim ist, erworben.

Von der Rasse Braunvieh wurde insgesamt nur eine Hansl-Tochter mit ordentlichem Exterieur, guter Abstammung und einem Tagesgemelk von 27,7 Kg bei brauchbarer Melkbarkeit für 1.460.-€ an einen Viehhändler aus Südtirol verkauft.

Fleckvieh

Zur Versteigerung sind 20 Bullen vorgestellt worden, davon waren 7 in der Wertklasse 1, den Rest hat die Körkommission in die Wertklasse 2 eingereiht. Da die Besamungsstationen an keinem der Stiere Interesse bekundeten, standen diesmal alle Stiere für den Natursprung zum Verkauf. Den höchsten Versteigerungspreis erlöste der jüngste Stier, ein natürlich hornloser Mahango-Sohn mit 2.050.-€. Dieser Stier, der vom bekannten Zuchtbetrieb Hindelang aus Schöffau/Höldern, Landkreis Garmisch gezüchtet und aufgezogen wurde, konnte neben der Hornlosigkeit auch mit brauchbaren genomischen Zuchtwerten sowie einer im Exterieur und Leistung ordentlichen Mutter überzeugen. Erworben hat diesen Stier ein Züchter aus dem Landkreis Landsberg. Leider wurden 6 der aufgetriebenen Tiere zu den gebotenen Preisen nicht abgegeben bzw. bekamen im Ring kein Gebot. Mit einem Durchschnittspreis von 1.671.-€ (1.400.-€- 2.050.-€) lag dieser wieder deutlich unter den Erlösen der letzten Märkte.

 Die lediglich 38 aufgetriebenen Jungkühe zeigten bei gutem durchschnittlichen Tagesgemelk von 27,3 kg eher durchwachsene Qualität. Bis auf drei Jüngkühe, die entweder kein Gebot bekamen oder wegen abweichender Preisvorstellungen der Verkäufer nicht abgebeben wurden, konnten alle Tiere verkauft werden. Bei den Kühen ohne Mängelansagen lag der Durchschnittspreis bei 1.625.-€ (1.220.-€ bis 2.050.-€) und somit wieder etwas niedriger als auf den Vormärkten. Die zum Höchstpreis von 2.050.-€ verkaufte Jungkuh, eine formschöne aber im Rahmen etwas knappe Manton-Tochter konnten mit einem Tagesgemelk von 30,7 kg und guter Melkbarkeit aufwarten. Aufgezogen und aufgetrieben wurde das Tier vom Zuchtbetrieb Tafertshofer aus Wielenbach. Diese Kuh wurde von einem Betrieb, einen treuen Kunden der Weilheimer Zuchtverbände aus dem Landkreis Ostallgäu, ersteigert und wird ihr weiteres Leben am Forgensee verbringen.

Noch zu erwähnen ist, dass bei der Rasse Fleckvieh zwei Kühe für 1500.-€ und 1.600.-€ verkauft worden sind.

 Fazit:

In der Kategorie der Jungkühe und weibliche Fleckviehzuchtkälber kamen die Angebote der Käufer je nach Qualität der Tiere bei annähernd geräumtem Markt z. T. recht flott. Der Stiermarkt konnte jedoch nicht überzeugen. Der Rückgang der Auftriebszahlen bei den Jungkühen ist bedenklich. Um das Entstehen einer Abwärtsspirale zu verhindern, die dazu führen könnte, dass einmal der Käufer zu wenig Auswahl hat und ein andersmal deswegen die Käufer ausbleiben, ist hier ein Gegensteuern der Züchter durch mehr Angebot zu fordern. Erfahrungsgemäß ist ein am Boden liegender Markt nur schwer wieder zum Leben zu erwecken.

Der nächste Zuchtviehmarkt findet am 27.07.2017 in der Hochlandhalle in Weilheim statt.